LKMD i.R. Markus Leidenberger erhält die Gustav-Wohlgemuth-Plakette
10. September 2026
Sächsischer Chorverband ehrt LKMD i. R. Markus Leidenberger mit der Gustav-Wohlgemuth-Plakette
Im Rahmen einer Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen hat der Sächsische Chorverband am 5. September 2026 in der Dresdner Dreikönigskirche eine seiner höchsten Auszeichnungen vergeben: Landeskirchenmusikdirektor i. R. Markus Leidenberger erhielt die Gustav-Wohlgemuth-Plakette für seine außergewöhnlichen Verdienste um das sächsische Laienchorwesen.
Die Ehrung würdigt ein jahrzehntelanges Wirken, das kirchenmusikalische Professionalität, pädagogisches Engagement und eine besondere Offenheit gegenüber der gesamten sächsischen Chorlandschaft miteinander verbindet. In einer Laudatio würdigte Michael Pauser, Musikwissenschaftler und künstlerischer Leiter des Sächsischen Sinfonieorchesters Chemnitz, im Auftrag des Sächsischen Chorverbandes Markus Leidenbergers prägende Tätigkeit als Landeskirchenmusikdirektor von 2004 bis 2024, seine Arbeit als Leiter des Dresdner Bachchores, mit dem er auch seltene Werke, Uraufführungen und Kompositionen sächsischer Musiker aufführte, sein großes Engagement für die Vernetzung kirchlicher und weltlicher Musikinitiativen, seine Lehrtätigkeit beim Sächsischen Chorleitungsseminar, seine Mitarbeit im Präsidium des Sächsischen Musikrates sowie sein kompositorisches Schaffen.


Foto rechts: Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsh / LKMD i.R. Markus Leidenberger / Präsidentin des Sächsischen Chorverbandes, Luise Neuhaus-Wartenberg (v.l.n.r.) / Foto links: LKMD i. R. Markus Leidenberger bei seiner Dankesrede
Quelle: Sächsischer Chorverband e. V. | Foto: Peter Zuber
Dankesworte von Markus Leidenberger
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch,
Sehr geehrte Frau Präsidentin Neuhaus-Wartenberg,
Sehr geehrte Damen und Herren der Festveranstaltung,
herzlichen Dank für die große Ehre die Gustav-Wohlgemuth-Plakette heute durch den Sächsischen Chorverband überreicht zu bekommen.
Geehrt werde ich für vergangene Leistungen.
Das stimmt mich wohlgemut, wenn Persönlichkeiten meinen, mein früheres Tun
sei in gewissem Sinne außerordentlich und der heutigen Ehre wert.
Als Musiker bin ich Kirchenmensch. Und bei uns heißt es: Soli Deo Gloria. Gott allein die Ehre.
Nun da die Ehre aber auf mich gekommen ist, möchte ich sagen:
Jede Ehrung von Vergangenem ist ein Anspruch an Gegenwart und Zukunft.
Für mich war und ist das fröhliche Musizieren immer eine auch ernste Sache.
Achten wir darauf, dass und was wir singen. Dass wir singen ist und bleibt wichtig.
Die Stimme ist ein untrügliches Zeichen der persönlichen Stimmung und Gestimmtheit.
Das Singen fördert die Person, indem es durch den Menschen hindurch klingt.
Es fördert die Gemeinschaft, weil es über den unmittelbaren Körper hinausreicht
und uns mit Mitsängern und Zuhörern verbindet.
Das gemeinsame Singen ist und bleibt wichtig. Wir leben in einer technisierten Gesellschaft,
die am Computer Vereinzelung der sprachlosen Person befördert, die KI-gesteuert Entpersönlichung betreibt. Knopfdruck oder touchpad-touch ersetzt die befreiende Frische der Selbstäußerung durch eigenen Körperklang?
Das allein kann unsere gute, menschliche Zukunft nicht sein. –
Achten wir außerdem darauf, was wir singen. Musik ist ein Kommunikationsmittel.
Sie kann vermitteln, sie kann aber auch trennen.
Es ist richtig und gut, dass die Jugend ihre eigene Musik hat, jede Generation neu ihre Musik findet. Musik darf ihre Grenzen ausloten. Vielfalt ist wunderbar.
Aber es ist der Gesellschaft nicht dienlich, wenn Musik nur noch als Marker für Ausgrenzung verwendet wird. Wenn Inhalte geschichtsvergessen ins Extreme kippen.
Also: Achten wir darauf, was wir singen.
In meiner Tätigkeit als Landeskirchenmusikdirektor
und als Mitglied des Präsidiums des Sächsischen Musikrates habe ich gelernt:
Die vermeintlich allumfassende Musiksprache, („Musik spricht alle an“),
spricht nicht für sich selbst.
Sie bedarf der Fürsprecherinnen und Fürsprecher
in der technisierten Welt, in Politik und Kirche.
Es reicht nicht, selbst Musik zu machen.
Es ist eine bleibende, menschliche Zukunft gestaltende Aufgabe,
die ganzheitliche, persönlichkeitsfördernde und gemeinschaftsbildende Bedeutung
des Singens, im gesellschaftlichen Gespräch wach zu halten.
Dafür arbeiten Personen in Gremien und Institutionen wie bei unserm Jubilar,
dem Sächsische Chorverband.
Dazu diene auch die Ehrung mit der Gustav-Wohlgemuth-Plakette.
Herzlichen Dank.
Die Konferenz für Kirchenmusik gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung!
Landesobmann Ekkehard Hübler überbrachte Grußworte des Kirchenchorwerkes. Er würdigte zum 20-jährigen Jubiläum den Sächsischen Chorverband als starke gemeinsame Stimme für die Laienchorarbeit und dankt für die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit. Trotz unterschiedlicher Traditionen verbinde beide Verbände die Überzeugung, dass gemeinsames Singen Generationen zusammenführt, Gemeinschaft stiftet und Hoffnung schenkt. Für die Zukunft wünscht das Kirchenchorwerk dem Chorverband Mut, engagierte Ehrenamtliche, vielfältige Chorprojekte und weiterhin ein gutes Miteinander.

Landesobmann Ekkehard Hübler während seines Grußwortes
Quelle: Sächsischer Chorverband e. V. | Foto: Peter Zuber